
weiterhin Bestand hat. In der „Vereinbarung vom 27728. September 1990 zum Deutschlandvertrag und zum Überleitungsvertrag“, die den Zwei-plus-Vier-Vertrag begleitet, wurde das noch einmal von deutscher Seite schriftlich zugesichert.3 So weiß man als Leser heute nicht, wo Historiker und Autoren aus der frühen Bundesrepublik gesetzestreu die Siegerlesart der Geschichte zu Papier gebracht und nachfolgenden Historikern und Autoren als irreführendes Erbe hinterlassen haben.
Angesichts einer so facettenreichen Literatur- und Quellenlage sollte es den Leser dieses Buches nicht erstaunen, daß das Bild der Zeit zwischen den beiden großen Kriegen, das sich mir erschlossen hat, zum Teil von dem abweicht, was sonst in Deutschland Allgemeingut ist.
Nun zur dritten Vorbemerkung. Ich erhebe nicht den Anspruch, die Tausende von Büchern gelesen und verarbeitet zu haben, die zum Thema meines Buchs bereits geschrieben worden sind und die neuesten wissenschaftlichen Publikationen dazu zu kennen. Mein Anliegen ist es, die Geschichte, die zum Zweiten Weltkrieg führt, in begreifbare Zusammenhänge zu stellen und sie gut lesbar zu erzählen. Ich hoffe, daß dies besonders jüngeren Lesern bei ihrer Suche nach einem eigenen Urteil zur Geschichte hilft.
Als vierte Vorbemerkung möchte ich etwas zur Gliederung des Buches sagen.
Bei dem Bemühen, Zusammenhänge aufzuzeigen, habe ich vieles nicht nach seinen Zeitabläufen sondern nach den Querbezügen dargestellt, z.B. nacheinander den Umgang der Polen mit den Russen, mit den Briten, mit den Deutschen usw.
Da viele der verschiedenen Querbezüge und Zusammenhänge in den selben Zeitabschnitten stattgefunden haben und die selben geschichtlichen Ereignisse berühren, sind zahlreiche Wiederholungen im Text nicht zu vermeiden. Das mag den einen Leser stören, dem anderen ist es vielleicht eine willkommene Ge-dächtnisstütze bei der großen Zahl beschriebener Ereignisse.
