„Ich habe keinen Augenblick daran gezweifelt!“ gab er mir darauf zur Antwort.

Mit verständlicher Erregung drückte ich am Abend desselben Tages auf den Klingelknopf an Kamows Wohnungstür. In wenigen Augenblicken sollte ich dem Mann gegenüberstehen, der als erster in der Geschichte der Menschheit die Erde verlassen und den Weg in die endlose Weite des Weltraumes gebahnt hatte.

Mir öffnete Kamows Frau, Serafima Petrowna Kamowa.

„Sergej Alexandrowitsch erwartet Sie schon“, sagte sie, als ich ihr meinen Namen genannt hatte.

Dann trat ich in das Arbeitszimmer des berühmten Astronautikers.

Ich hatte Kamow vorher noch nicht gesehen, erkannte ihn aber sofort, als er sich hinter seinem Schreibtisch erhob, um mich zu begrüßen. Er sah genauso aus, wie ich ihn mir nach zahllosen Fotografien vorgestellt hatte: ein etwas schwerfällig wirkender mittelgroßer und breitschultriger Mann mit ruhigen, sicheren Bewegungen. Seine ganze Erscheinung ließ auf einen starken Charakter und einen unbeugsamen Willen schließen. Am stärksten beeindruckten mich seine Augen, die unergründlich tief schienen und eine große Ruhe ausstrahlten. Über der hohen Stirn wellte sich weiches stahlgraues Haar. Das Gesicht mit den allzu dichten Brauen und dem ein wenig massiven Unterkiefer war nicht gerade schön, wohl aber energisch und kühn.

Kamow schüttelte mir kräftig die Hand und sagte: „Ich freue mich, Sie kennenzulernen, Genosse Melnikow.“ Er forderte mich auf, in einem Sessel Platz zu nehmen, und ließ sich mir gegenüber nieder.

„Machen wir uns also näher miteinander bekannt“, schlug er vor. „Zunächst — wie alt sind Sie?“

„Siebenundzwanzig.“

„Ihrem Aussehen nach hätte ich Sie jünger geschätzt“, meinte Kamow. „Wo sind Sie denn so braun geworden?

Ihr Haar ist ja ganz weiß im Vergleich zu Ihrem Gesicht!“

Ich erzählte ihm von meiner zweimonatigen Reise durch Kasachstan, von der ich erst vor zwei Tagen zurückgekehrt war.



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