Während ich zusah, wie sie flink und gewandt die Sachen in die Körbe warfen, das schmutzige Zeug zum Mitnehmen herrichteten, um es zu säubern und dann gewaschen und poliert am nächsten Tag zurückzubringen, dachte ich, daß sie vermutlich das viele Geld wert waren, das wir ihnen dafür bezahlen mußten. Mir wäre es jedenfalls kein Vergnügen gewesen, nach einem ganzen Tag auf der Rennbahn mich zu Hause mit den Körben und Säcken abgeben zu müssen. Pfui Teufel.

Ich hatte Art oft dabei beobachtet, wenn er seinen Burschen auszahlte und ein ganzes Bündel Geldscheine durchzählte. Auf dem Höhepunkt der Saison waren es pro Woche über zwanzig Pfund. Mein eigener Bursche, der junge Mike — er war übrigens Mitte Vierzig — nahm meinen Helm von der Sitzbank und lächelte mir im Vorbeigehen zu. Er verdiente mehr als die meisten von den Dutzend Jockeis, um die er sich kümmerte, und ganz entschieden mehr als ich. Aber trotzdem… pfui Teufel!

Tick-Tock, der den neuesten Schlager vor sich hinpfiff, saß auf der Bank und zog auffallende gelbe Socken an. Dann schlüpfte er in glatte, spitze Schuhe, die bis zum Knöchel reichten. Er schüttelte die schmalen, aufschlaglosen Hosenbeine herunter, spürte, daß ich ihn beobachtete, und grinste mich an.

«Schau dir das Idol der Schneiderinnung nur an«, sagte er.

«Mein Vater gehörte früher zu den zwölf bestgekleideten Männern«, erklärte ich kühl.

«Mein Großvater hat sich seine Regenmäntel mit Vivuna-Fell füttern lassen.«

«Meine Mutter«, sagte ich, mir das Gehirn zermarternd,»trägt ein Hemd von Dior.«

«Das trägt meine in der Küche«, sagte er wohlüberlegt.

Nach dieser kindischen Wechselrede starrten wir einander gutgelaunt an. Fünf Minuten mit Tick-Tock belebten wie Rumpunsch im Schneesturm, und von seiner bedenkenlosen Lebensfreude färbte immer etwas auf seine Mitmenschen ab. Mochte Art elend zugrunde gegangen, mochte Grant Oldfield ein Menschenfeind sein, in der Rennwelt konnte nicht alles im argen liegen, dachte ich, solange Tick-Tock Ingersoll den Mut nicht verlor.



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