Er sah seine Kollegen an.»Im Ernst«, sagte er entschieden,»wenn die Jockeis so hochnäsig werden, daß sie keine berechtigte Kritik mehr vertragen, wird es Zeit, daß sie sich nach einem anderen Beruf umsehen. Aber anzudeuten, daß Mathews sich wegen ein paar harter Ausdrücke umgebracht hat, ist unverantwortlicher Leichtsinn.«

Dabei fiel mir ein, daß Ballerton selbst ein Pferd besaß, das von Corin Kellar trainiert wurde. >Unzufrieden<, der farblose Ausdruck, den er benützt hatte, um die lange Reihe von scharfen Auseinandersetzungen zwischen Art und dem Trainer nach dem Rennen zu charakterisieren, deutete doch auf einen bewußten Versuch hin, Öl auf die Wogen zu gießen. Du weißt ganz genau, warum Art sich umgebracht hat, dachte ich. Du hast selbst dazu beigetragen, und willst es nur nicht zugeben.

Ich sah wieder zu Lord Tirrold hinüber und entdeckte, daß er mich prüfend anschaute.»Das wäre alles, Finn«, sagte er.

«Jawohl, Sir«, sagte ich.

Ich ging hinaus, und diesmal riefen sie mich nicht zurück. Bevor ich jedoch den Wiegeraum durchquert hatte, hörte ich die Tür wieder zuklappen, dann sagte Corins Stimme hinter mir:»Rob.«

Ich drehte mich um und wartete auf ihn.

«Vielen Dank«, sagte er sarkastisch.»Das haben Sie ja wirklich fein gemacht.«

«Sie hatten ja selber schon davon gesprochen«, meinte ich.

«Ja, zum Glück.«

Er wirkte immer noch schockiert; sein hageres Gesicht war von tiefen Sorgenfalten durchzogen. Er war ein außerordentlich cleverer Trainer, aber ein nervöser, unzuverlässiger Mann, der einem heute lebenslange Freundschaft anbot, um dich am nächsten Tag keines Blickes zu würdigen. Im Moment schien er auch ein paar beruhigende Worte hören zu wollen.

«Sie und die anderen Jockeis glauben doch wohl nicht, daß Art sich umgebracht hat, weil… äh… ich mir vorgenommen hatte, ihn nicht mehr so viel zu beschäftigen?«sagte er.»Er muß einen anderen Grund gehabt haben.«



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