Piazzi kategorisierte sie richtig als Planetoiden, doch im Jahre 1802 taufte William Herschel (der zuvor den Riesenplaneten Uranus entdeckt hatte) sie auf den Namen Asteroiden, weil die Lichtpunkte im Teleskop eher wie Sterne als wie Scheiben von Planeten anmuteten. Piazzi hatte Recht, doch Herschel war viel berühmter und einflussreicher. Daher bezeichnen wir sie bis zum heutigen Tag als Asteroiden.

Ein paar hundert Asteroiden kommen auf ihren Orbits der Erde nahe, doch die meisten kreisen auf einer weiten Bahn im tiefen Raum zwischen den Umlaufbahnen von Mars und dem riesigen Jupiter um die Sonne. Dieser Asteroidengürtel ist mehr als sechshundert Millionen Kilometer von der Erde entfernt, also viermal weiter von der Sonne als unsere Heimatwelt.

Obwohl diese Region als der Asteroidengürtel bezeichnet wird, sind die Asteroiden nicht so dicht gesät, dass sie eine Gefahr für die Raumfahrt darstellen würden. Vielmehr handelt es sich beim so genannten Gürtel um eine leere, dunkle und einsame Region, die weit von der menschlichen Zivilisation entfernt ist.

Bis zur Erfindung des Duncan-Fusionsantriebs war der Asteroidengürtel zu weit vom Erde/Mond-System entfernt, um von wirtschaftlichem Nutzen zu sein. Als der Fusionsantrieb zur Serienreife gelangt war, wurde der Gürtel jedoch die Region, wo Prospektoren und Bergleute ein Vermögen zu machen vermochten — oder beim Versuch umkamen.

Viele starben. Und mehr als ein paar wurden ermordet.

Kapitel 1

Drei Jahre später

»Ich sagte, dass es einfach wäre«, wiederholte Lars Fuchs. »Ich sagte aber nicht, dass es leicht wäre.«

George Ambrose — Big George für jeden, der ihn kannte — kratzte sich abwesend am dichten roten Bart und schaute nachdenklich aus dem Fenster der Brücke der Starpower 1 auf den dunklen Körper des Asteroiden Ceres, der vor ihnen dräute.



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