
Aber aus irgendeinem Grund kam ich nicht mehr davon los.
Ich war mir sicher, dass ich mich nicht irrte. Seit über zwölf Jahren lebte ich mit dieser Frau zusammen. Ich wusste, dass sie anders war, und ich wusste, warum. Ich konnte förmlich spüren, dass da jemand war, ein Außenstehender, einer, der in unsere Beziehung eingedrungen war. Ich fühlte es mit einer Gewissheit, die mich überrumpelte. Ich fühlte es tief in mir, wie einen Schmerz.
Ich musste mich abwenden.
Das Baby nahm das Fläschchen und gluckste glücklich. In der halbdunklen Küche starrte Amanda mit dem eigentümlich unverwandten Blick, wie Babys ihn haben, zu mir hoch. Ihr Anblick war irgendwie tröstlich. Nach einer Weile schloss sie die Augen, und dann wurde ihr Mund schlaff. Ich legte sie an meine Schulter und ließ sie ein Bäuerchen machen, während ich sie in ihr Zimmer trug. Die meisten Eltern klopfen ihren Babys zu fest auf den Rücken, damit sie ein Bäuerchen machen. Es ist besser, ihnen einfach mit der flachen Hand den Rücken zu reiben und manchmal nur mit zwei Fingern die Wirbelsäule entlangzustreichen. Sie rülpste leise und entspannte sich.
Ich legte sie in ihr Bettchen und drehte das Nachtlicht aus. Jetzt kam das einzige Licht im Raum von dem Aquarium, das grünblau in der Ecke blubberte. Ein Plastiktaucher dümpelte über den Grund und zog Blasen hinter sich her.
Als ich mich umwandte, sah ich Julias Silhouette in der offenen Tür, dunkles Haar von hinten erhellt. Sie hatte mich beobachtet. Ich konnte ihren Gesichtsausdruck nicht erkennen. Leise kam sie näher. Ich verkrampfte mich. Sie schlang ihre Arme um mich und legte den Kopf an meine Brust.
