Die Medical Economics übte eine wichtige Funktion aus - sie unterwies die Ärzte darin, wie sie möglichst viel Geld verdienen und es dann günstig investieren oder ausgeben konnten. Andrew begann mit dem Artikel »Acht Möglichkeiten, in Ihrer Praxis Steuern zu sparen«. Eigentlich sollte er von diesen Dingen ein wenig mehr verstehen. Aber auch, wie man mit Geld umging, wenn man nach den langen Jahren des Studiums endlich etwas verdiente, war etwas, was sie einem auf der Hochschule nicht beibrachten. Seit Andrew vor anderthalb Jahren in Dr. Townsends Praxis eingetreten war, wunderte er sich darüber, wieviel Geld jeden Monat auf sein Bankkonto floß. Es war eine neue und keineswegs unerfreuliche Erfahrung. Auch wenn er nicht die Absicht hatte, sich vom Geld beherrschen zu lassen . . .

»Entschuldigen Sie, Doktor.« Eine Frauenstimme. Andrew drehte sich um. »Ich war schon in Ihrer Praxis, Dr. Jordan, und als Sie nicht da waren, beschloß ich, es im Krankenhaus zu versuchen.«

Die Pharma-Vertreterin, die ihn tags zuvor in seiner Praxis besucht hatte! Sie steckte in einem völlig durchgeweichten Regenmantel. Ihre braunen Haare tropften vor Nässe, und ihre Brille war beschlagen. Eine Unverschämtheit, einfach hier hereinzuplatzen!

»Sie scheinen übersehen zu haben«, sagte er, »daß dies ein Privatzimmer ist. Außerdem empfange ich keine Vertreter . . .«

». . . in der Klinik«, unterbrach sie ihn. »Ja, ich weiß. Aber ich dachte, es sei wichtig.« Mit einer raschen Bewegung stellte sie ihre Aktentasche auf den Boden, nahm die Brille ab und zog den Regenmantel aus. »Ein schreckliches Wetter. Ich bin ganz durchgeweicht.«

» Was soll wichtig sein?«



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