Ich mußte Sie einfach zuerst erwischen.«

Andrew zog seinen Arm zurück. »Was ist los?«

Der Arzt schluckte. »Warten Sie, bis Sie es mit eigenen Augen sehen.«

Overton lief vor Andrew den Gang entlang zum Aufzug. Er sagte kein Wort und wich Andrews Blicken aus, als sie in den vierten Stock hinauffuhren.

Vor dem Krankenzimmer, in dem Andrew am Abend zuvor die bewußtlose Mary Rowe, ihren Ehemann, die Krankenschwester und den Arzt zurückgelassen hatte, blieben sie stehen.

»Gehen Sie rein!« forderte Overton Andrew ungeduldig auf. »Machen Sie schon!«

Andrew betrat das Zimmer. Und blieb wie erstarrt stehen.

»Sie hätten meine Wette annehmen sollen, Dr. Jordan«, sagte Overton hinter ihm. »Wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, würde ich es nicht glauben.«

»Ich bin nicht sicher, ob ich es glauben kann«, murmelte Andrew.

Mary Rowe war bei vollem Bewußtsein. Sie saß in ihrem blauen Spitzennachthemd im Bett und lächelte Andrew entgegen. Auch wenn es nur ein dünnes Lächeln war und Mary Rowe noch sehr schwach wirkte, war ihr Zustand im Vergleich zu dem tiefen Koma, in dem sie sich in der vergangenen Nacht befunden hatte, geradezu sensationell. Es schien wie ein Wunder. Sie hatte Wasser getrunken und hielt einen Plastikbecher in der Hand. Die gelbliche Färbung der Haut, die sich am Vortag noch vertieft hatte, war jetzt deutlich schwächer. Als Andrew näher trat, stand John Rowe, über das ganze Gesicht strahlend, auf und streckte die Hände aus.

»Danke, Doktor! Vielen, vielen Dank!« Sein Adamsapfel hüpfte, während er Andrews Hand ergriff.

»Gott segne Sie, Doktor!« sagte Mary Rowe leise, aber inbrünstig.

Als nächstes packte Overton Andrews Hand und drückte sie kräftig. »Gratuliere!« Und dann fügte er auf für ihn untypische Art hinzu: »Sir.« Andrew sah voller Überraschung Tränen in den Augen des stämmigen Texaners.



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