Mrs. Ludlow, die Oberschwester, kam herein. Normalerweise war sie sehr beschäftigt und ernst, aber jetzt strahlte sie. »Es hat sich schon im ganzen Krankenhaus herumgesprochen, Dr. Jordan. Alle reden von Ihnen.«

»Hören Sie«, sagte Andrew, »es handelt sich um ein neues Mittel. Es heißt Lotromycin, und es wurde mir gebracht. Ich habe nichts . . .«

»Aber hier im Haus sind Sie ein Held«, sagte die Schwester. »Und wenn ich Sie wäre, würde ich mich nicht dagegen wehren.«

»Ich habe einen Bluttest machen lassen«, berichtete der Arzt. »Der Ammoniakspiegel ist nicht mehr gefährlich erhöht. Auch das Bilirubin steigt nicht weiter an. Der Rest dürfte Routine sein.« Und wie zu sich selbst fügte er hinzu: »Unglaublich!«

»Ich freue mich für Sie, Mary«, sagte Andrew zu seiner Patientin. Dann fiel ihm etwas ein. »Hat übrigens jemand die junge Frau von Felding-Roth gesehen. Miß de Grey?«

»Sie war heute morgen schon mal hier«, berichtete Schwester Ludlow. »Vielleicht ist sie auf der Station.«

»Entschuldigen Sie mich bitte«, sagte Andrew und verließ das Zimmer.

Celia de Grey wartete im Gang. Sie hatte sich umgezogen. Ein Lächeln lag auf ihrem Gesicht.

Als sie sich ansahen, spürte Andrew eine gewisse Befangenheit.

»Mit trockenem Haar sehen Sie viel besser aus«, sagte er.

»Und Sie wirken nicht so streng und grimmig wie gestern.«

Es entstand eine Pause, dann sagte Andrew: »Haben Sie schon gehört?«

»Ja.«

»Da drin . . .« Andrew deutete auf die Tür des Krankenzimmers. »Da drin hat man sich bei mir bedankt. Aber eigentlich müßten wir uns alle bei Ihnen bedanken.«

»Sie sind der Arzt«, sagte sie lächelnd.

Dann fielen plötzlich alle Schranken zwischen ihnen, und sie lachten und weinten gemeinsam. Einen Augenblick später nahm er sie zu seiner eigenen Überraschung in die Arme und gab ihr einen Kuß.



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