
Bei Kaffee und einem Stückchen Kuchen, das sie sich in der Cafeteria des Krankenhauses teilten, nahm Celia de Grey ihre Brille ab und sagte: »Ich habe den medizinischen Leiter unserer Firma angerufen und ihm alles erzählt. Und er hat mit ein paar von unseren Leuten aus der Forschung gesprochen. Die sind alle unheimlich froh.«
»Das dürfen sie auch sein«, sagte Andrew. »Es ist ein hervorragendes Mittel.«
»Man hat mich gebeten, Sie zu fragen, ob Sie für eine medizinische Zeitschrift einen Bericht über die Verwendung von Lotro-mycin schreiben würden.«
»Gern«, erwiderte er.
»Natürlich wäre das für Felding-Roth von Vorteil.« Ihr Ton war wieder geschäftsmäßig. »Wir halten Lotromycin nämlich für ein ganz wesentliches Mittel, das sich gut verkaufen läßt. Und auch Ihnen wird es nicht gerade schaden.«
»Wahrscheinlich nicht«, stimmte Andrew lächelnd zu.
Nachdenklich trank er seinen Kaffee. Er wußte, daß er aufgrund eines reinen Zufalls, eines Glücksfalls, der von dieser bemerkenswerten und entzückenden jungen Frau, die ihm da gegenübersaß, ausgegangen war, an einem Stück medizinischer Geschichte teilgehabt hatte. Eine solche Gelegenheit bot sich nur wenigen Ärzten.
»Ich möchte Ihnen gern etwas sagen, Celia«, erklärte Andrew. »Gestern meinten Sie, ich hätte schlechte Manieren, und Sie hatten recht. Ich war unhöflich, und ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen.«
»Nicht nötig«, sagte sie rasch. »Mir hat Ihre Reaktion gefallen. Sie haben sich Sorgen um Ihre Patientin gemacht, alles andere war Ihnen egal. Und außerdem - so sind Sie nun mal.«
Er war überrascht. »Woher wissen Sie das?«
»Das hat man mir erzählt.« Erneut zeigte sie dieses flüchtige warme Lächeln. Sie hatte ihre Brille wieder aufgesetzt; es schien eine Angewohnheit zu sein, sie ständig abzunehmen und wieder aufzusetzen. »Ich weiß eine Menge über Sie, Andrew Jordan«, fuhr Celia fort. »Zum einen, weil es zu meinem Job gehört, Ärzte kennenzulernen, und zum ändern . . . Nun, darauf werde ich später noch zurückkommen.«
