
»Vielleicht erzählen Sie mir mal, was es so ungeheuer Wichtiges gibt, Doktor«, hatte die Vertreterin von Felding-Roth gesagt.
Und da brach es aus ihm heraus. Er erzählte von Mary Rowe und der Ammoniakvergiftung und bemerkte sarkastisch, daß er es besser fände, wenn sich Firmen wie Felding-Roth damit beschäftigten, ein Mittel gegen die übermäßige Ammoniakproduktion zu entwickeln, statt mit irgendeinem Allerwelts-Antibioti-kum auf den Markt zu kommen, das wahrscheinlich nicht besser und nicht schlechter war als ein halbes Dutzend bereits vorhandener . . .
Dann hatte er innegehalten und sich für seinen Ausbruch geschämt, und er hätte sich wahrscheinlich entschuldigt, wenn die Vertreterin, die ihre Papiere und Proben inzwischen wieder eingepackt hatte, sich nicht schon auf dem Weg hinaus befunden und »Auf Wiedersehen, Doktor« gesagt hätte.
Heute morgen nun hatte ihn Schwester Ludlow, die Stationsschwester, angerufen.
»Dr. Jordan, ich mache mir Sorgen wegen Ihrer Patientin Rowe. Sie reagiert auf nichts mehr.«
Andrew war sofort ins Krankenhaus gefahren. Ein Stationsarzt bemühte sich bereits um Mary Rowe, aber sie lag inzwischen im Koma. Auch wenn es richtig gewesen war, sofort ins Krankenhaus zu fahren, wußte Andrew, bevor er dort ankam, daß es keine spektakulären Maßnahmen geben würde. Sie konnten nicht mehr tun, als ihr weiter intravenös Flüssigkeit zuführen. Und hoffen.
Jetzt, am Ende des Tages, war klar, daß sie umsonst gehofft hatten. Mary Rowes Zustand schien aussichtslos.
John Rowe bemühte sich, seine Tränen zurückzuhalten. »Wird sie wieder zu Bewußtsein kommen, Doktor? Weiß Mary, daß ich hier bin?«
