Juts kam in seine Werkstatt getänzelt. Obwohl sie im Juni vierzehn Jahre verheiratet waren, stieß sie immer zunächst den Zweisigpfiff aus und klopfte dann an die Tür. Sie tat dies teils aus Respekt, teils aber aus Vorsicht. Wenn ihr großer, blonder Mann über eine Bandsäge oder eine Bogensäge gebeugt war, wollte sie ihn nicht erschrecken. Im Augenblick maß er aller­dings nur die Proportionen seiner Entwürfe für die Nachtkonso­len.

»Komm rein.«

Sie stieß die Tür auf. »Schatz, draußen sind es nur noch acht Grad. Mach lieber den Ofen an.«

»Ich bleib nicht lange hier. Bin gleich zu Hause.«

Sie setzte sich auf eine schwere Eichenbank. »Bist du mir noch böse?«

Julia Ellens gnadenlose Vitalität hätte einen Roboter klein ge­kriegt. Ihre schamlose Mißachtung jeglicher Schicklichkeit hatte ihn angezogen, als sie sich kennen lernten. Sie zog ihn noch immer an, doch es gab Momente, da Chessy eine fügsame Frau vorgezogen hätte, die nicht die Gewohnheit hatte, Gläser in der Bar des Drugstores zu zerschmettern, weil sie auf ihre Schwester wütend war. Sie hatten auch den riesigen Spiegel hinter dem Marmortresen zerschmettert. Er und Paul würden für den Rest des Jahrzehnts verschuldet sein.

»Ich weiß nicht, woher ich zweihundert Dollar nehmen soll.« »Einhundertneunundneunzig«, verbesserte sie ihn rasch.

Er kniff den Mund zusammen. »Ja.«

»Sie hat angefangen. Ich schwör's, seit sie vierzig ist, ist sie zickig. Und dann kommt hinzu, daß Mary es mit Extra Billy ein bißchen zu bunt treibt.« Julia sprach von Marys Freund, einem gut aussehenden Jungen, der der Ansicht war, Gesetze seien dazu da, gebrochen zu werden.



11 из 401