»Mom sagt, Cassius hat hier oben auch ihren Vater umge­bracht, weil er den Kongreß aufgefordert hatte, Rifes Machen­schaften nachzugehen. Muß seine Lieblingsstelle gewesen sein. PopPop konnte Cassius' Betrügereien nicht ertragen.« Julia hielt einen Augenblick inne. »Manchmal denke ich, Haß ist wie eine Kugel. Sie kann nicht rollen, wenn ihr nicht jeder einen Stoß verpaßt.«

»Ich spreche nicht von Haß«, sagte Louise. »Ich spreche von Ehre. Unsere Männer können nicht für einen Rife arbeiten, für welchen auch immer. Es sind Brutus' Söhne und Cassius' En­kel, und sie haben unsere Leute umgebracht, zwei Generationen hintereinander.«

»Ich weiß.« Julias Stimme wurde matt. »Aber wo kriegen wir das viele Geld her?«

Louise fröstelte. »Laß uns wieder einsteigen.«

Sie stiegen ins Auto und legten die Decke über die Beine. Louise schlug die Arme um sich, um warm zu werden.

»Bis jetzt sind alle Ideen von mir gekommen«, sagte Julia. »Wird Zeit, daß du mal eine hast.«

»Bekleidungsgeschäft.«

»Nicht schlecht. Wir haben einen ausgezeichneten Ge­schmack.«

Louise machte einen Rückzieher. »Bloß, wir haben kein Geld für Kleider, um den Betrieb aufzunehmen.« »Wohl wahr.« Eine schreiende Eule schreckte Julia auf. »Laß uns hier verschwinden.«

Sie fuhren durch die samtig schwarze Nacht.

»Mit vollem Bauch kann ich besser denken«, knurrte Julia.

»Wohin willst du?«

»Das Dolley Madison ist zu weit weg.« Julia liebte das kleine Restaurant an einem Bach auf der Pennsylvania-Seite. »Das Blue Hen ist gut, aber ein bißchen teuer.«

»Laß uns zu Cadwalder gehen.«

»Hmm, wir sollten lieber eine Weile verstreichen lassen, be­vor wir uns da wieder reinwagen.«

»Ich fahr mal vorbei.« Entschlossen fuhr Louise langsam den Emmitsburg Pike entlang, der auf den Runnymede Square mündete. Auf dem Platz angekommen, sauste sie, bloß um Ein­druck zu machen, um die Nordseite herum und kam direkt vor dem Drugstore zum Stehen.



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