
Beide Schwestern tosten durchs Leben, allerdings in verschiedenen Tonarten. Juts war eindeutig C-Dur, wogegen Louise, e- Moll, einem Anflug von Melancholie nie widerstehen konnte.
Juts drückte ihre Chesterfield in dem gläsernen Aschenbecher mit dem schmalen Silberrand aus.
»Louise!«, rief sie, als sie die Hintertür öffnete und hinaustrat.
»Ich bin hier oben«, rief Louise vom Dach herunter.
Julia reckte den Hals; die Sonne schien ihr in die Augen. »Was machst du da? Ach, was frag ich? Du singstNäher, mein Gott, zu dir.<«
»Wirst du wohl deinen gotteslästerlichen Mund halten!«
»Ja, ja, du wandelst auf dem Wasser. Eigentlich wollte ich dich zum Lunch bei Cadwalders einladen, aber wenn du so unausstehlich bist, bleib ich lieber allein.«
»Geh nicht.«
»Warum nicht?«
Louise zögerte. Es widerstrebte ihr sehr, ihre jüngere Schwester um Hilfe zu bitten; denn sie würde es ihr irgendwann vergelten müssen, und zwar mit Sicherheit dann, wenn sie sich am allerwenigsten für einen Gefallen revanchieren wollte.
»Oh.« Julia bemühte sich, ihr Entzücken zu verbergen, als sie hinter den Forsythiensträuchern, einer Flut von blendendem Gelb, die schwere weiße Leiter erspähte. »Ach du meine Güte, Schwesterherz, das ist ja furchtbar.« Und machte Anstalten, sich zu entfernen.
