
»So nennst du das. Ich nenne es zu Gericht sitzen.« Julia fuhr sich mit den Fingern durch ihre honigbraunen Locken und wandte sich abermals zum Gehen.
»Na gut!«
Sie blieb stehen. »Den Hut, Louise - in der Sekunde, wo du von der Leiter runter bist.«
»Ja.«
Juts stellte die Leiter aufrecht, die einen Moment schwankte, und schob sie dann ans Dach, wo sie mit einem dumpfenPlop landete. »Ich halt sie fest.«
Louise drehte sich um und hielt dabei die Hände auf dem Dach gespreizt. Sie rutschte ein bißchen, hielt sich aber, indem sie die Füße seitwärts stellte, setzte einen Fuß über die Dachkante und fand die oberste Sprosse der Leiter. Vorsichtig stieg sie hinunter. Unten angekommen, trat sie ins Haus, ohne ihre Schwester eines Wortes zu würdigen. Sie knallte die Küchentür so fest zu, daß die zahlreichen Keramikfigürchen mit den mit rotem Nagellack angemalten Brustwarzen im Wohnzimmer wackelten. Es war Pearlie - ihr Mann Paul -, der das Anmalen besorgte. Louise meinte, er habe eine künstlerische Ader. Julia hatte mit unbewegter Miene erklärt, daß die meisten Männer das starke Verlangen hätten, die Brustwarzen von Statuen anzumalen. Sie beließ es dabei. Wenn sie mit Chessy vom Haus ihrer Schwester sprach, nannte sie es Palazzo Titti oder P. T.
Juts öffnete die Tür und schloß sie hinter sich, als ihre Schwester wieder ins Zimmer gestampft kam. Louise pfefferte Juts eine große marineblaue Hutschachtel entgegen, auf deren Deckel in eleganten LetternBear's zu lesen war. »Hier, du Gaunerin.«
Weise überging Juts die Tatsache, daß man sie soeben als Gaunerin betitelt hatte, und nahm die Hutschachtel an dem kreuzweise über den Deckel gebundenen breiten Seidenband an sich. »Komm, ich spendier dir ein Schokoladenfrappe.«
Louise überlegte einen Moment, befand, daß sie sehr durstig war, und murmelte: »Einverstanden.«
Auf dem Weg zum Runnymede Square fragte Juts erneut: »Was ist los mit dir?«
