
»Hoffentlich haben Sie Recht.« Vaughn unterbrach sich, während er Kaffee einschenkte, »wir haben den Ersten Weltkrieg nie wirklich zum Abschluß gebracht, wissen Sie?«
Louise blinzelte. Sie wußte gar nichts, und in diesem Moment war ihr nach Erdbeerfrappe und nicht nach jugendlichen Betrachtungen über jüngste Geschichte.
»Vaughn, wie alt bist du noch mal?«, fragte Louise.
»Achtzehn.«
»Du denkst doch nicht etwa daran, nach Kanada auszubüxen und dich freiwillig zu melden, oder?«
Er errötete so tief, daß seine Sommersprossen unsichtbar wurden. »Ah, na ja, Mrs. Trumbull.«
»Dacht ich's mir doch.« Louise griff sich ihren Kaffee, bevor Vaughn ihn auf die Theke stellte. »Abwarten. Vielleicht können wir uns ja aus diesem Krieg raushalten.«
»Ja, Ma'am.«
»Was mich an Kriegen so erstaunt: Eine Horde von alten Männern zettelt sie an. Stimmt's?« Juts' kleines Publikum nickte, so daß sie fortfuhr: »Dann fechten junge Männer sie aus, werden verwundet oder schlimmer, und die alten Ärsche lehnen sich zurück und kassieren die Belohnung. Das macht mich krank. Danke.« Vaughn hatte ihr den Tee über die Theke geschoben.
»Wenn du ein Mann wärst, würdest du dich freiwillig melden?«, wollte Louise von Juts wissen.
»Klar, um von dir wegzukommen.«
Darauf errötete Vaughn wieder, weil er lachen mußte, Louise aber nicht kränken wollte. Ganz Runnymede kannte ihr Temperament; das von Juts allerdings ebenso.
»Haha«, sagte Louise trocken und machte sich gierig über ihr cremiges Frappe her.
»Was ich dir sagen wollte, Louise - du bist in letzter Zeit nicht du selbst.« Juts lächelte. »Das ist ein großer Fortschritt.«
Vaughn brach in Lachen aus. Louise rammte ihren Löffel ins Frappe, belud ihn mit einem üppigen Klacks Eis mit Erdbeersirup und klatschte ihn ihrer Schwester in das verdatterte Gesicht.
