„Danke, das ist genug“, sagte Botschafter Spradley, als die Schüssel bis zum Rand gefüllt war. Aber der Yill-Diener goß noch mehr nach, bis die Suppe auf den Tisch floß.

„Bedienen Sie bitte die anderen Mitglieder meines Stabes!“ befahl der Botschafter. Der Dolmetscher sagte etwas zu dem Diener, und der ging zögernd zu dem nächsten Stuhl. Auch hier schöpfte er Suppe in den Blechnapf.

Retief beobachtete und lauschte dem gedämpften Flüstern der Yill, die jetzt ihre Hälse reckten, um mehr zu sehen. Der Diener schöpfte hastig weiter Suppe aus und warf ab und zu verstohlene Blicke zur Seite. Jetzt kam er zu Retief und hielt den vollen Schöpflöffel über den Napf, der vor dem Diplomaten stand.

„Nein“, sagte Retief, „nicht für mich!“

Der Diener zögerte, und der Dolmetscher kam heran. Er winkte dem Diener auffordernd zu, und wieder schwebte der überlaufende Suppenlöffel über Retiefs Teller.

„Ich will nichts davon!“ Retief hatte die Stimme gehoben, was um so mehr auffiel, als die Yill an den anderen Tischen gespannt schwiegen. Er musterte den Dolmetscher eine Zeitlang, der den starren Blick erwiderte, ohne mit der Wimper zu zucken, dann aber dem Diener winkte und sich mit ihm entfernte.

„Mr. Retief!“ rief eine wütende Stimme. Retief sah zum anderen Ende des Tisches hinüber. Der Botschafter hatte sich vorgelegt und funkelte ihn aufgebracht an. Sein Gesicht war rot angelaufen.

„Ich warne Sie, Mr. Retief’, sagte er heiser. „Ich habe Schafsaugen im Sudan gegessen, ka swe in Burma, hundert Jahre alten cug auf Mars, kurzum, alles, was mir in meiner langen diplomatischen Laufbahn vorgesetzt wurde. Und, beim heiligen Sankt Ignaz, Sie werden genauso handeln!“ Er nahm einen Gegenstand auf, der einem Löffel ähnelte, und tauchte ihn in die Suppe.

„Essen Sie das nicht, Herr Botschafter!“ rief Retief.

Der Botschafter riß in fassungslosem Staunen die Augen auf, öffnete aber gleichzeitig den Mund und hob den Löffel.



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