Jetzt stand der Tänzer aufrecht vor dem brokatbedeckten Tisch, und die Musik brach abrupt ab, als der Säbel vor einem vierschrötigen Yill auf den Tisch dröhnte. Der herausgeforderte Yill erhob sich, ballte die Faust, und der Tänzer duckte sich, beide Hände schützend über den Helm gebreitet. Münzen fielen zu Boden, und der Tänzer zog sich auf die Tanzfläche zurück.

Er wirbelte an den Tischen vorbei, hieb mit dem Säbel durch die Luft, daß es schwirrte, und stach ein paarmal in symbolischer Geste zu. Dann plötzlich blieb er vor Retief stehen, den Säbel hoch über seinen Kopf erhoben.

Jäh verstummte die Musik, und in der plötzlich eingetretenen Stille peitschte der Säbel durch die Luft und donnerte mit solch wuchtigem Schlag auf die Tischplatte, daß die Teller hochhüpften und Gläser zersprangen.

Die Augen des Yill waren starr auf Retief gerichtet. Außer einem betrunkenen Kichern Magnans war kein Geräusch zu hören.

Retief stieß seinen Stuhl zurück.

„Ruhe bewahren!“ rief Botschafter Spradley, aber Retief stand schon. Der Yill-Tänzer überragte den einsneunzig großen Diplomaten um zwei Zentimeter. So rasch, daß der Yill sich nicht wehren konnte, entwand ihm Retief den Säbel und ließ ihn über seinem Kopf kreisen, daß es pfiff. Der Yill duckte sich, sprang auf die Tanzfläche und hob einen Säbel auf, den ein anderer Tänzer hatte fallen lassen.

„Haltet den Verrückten fest!“ heulte Spradley.

Mit einem Satz sprang Retief über den Tisch und auf die Tanzfläche.

Der Tänzer zog sich weiter zurück, und in diesem Augenblick setzte das Orchester wieder ein — lauter und aufpeitschender noch als zuvor, mit einem Trommelwirbel, der ins Blut ging.

Retief gab sich nicht die geringste Mühe, den Tanzschritten seines Gegners zu folgen. Er bedrängte ihn vielmehr auf seine Weise, gerade und direkt, wehrte jeden Streich geschickt ab, hieb unerbittlich auf seinen Herausforderer ein und trieb ihn, die linke Hand an der Hüfte, vor sich her.



14 из 107