An diesem Abend bereitete er sich in einer schimmligen Ecke des Kellers, wo ein paar Rüben vergammelt waren, ein muffiges Nachtlager und erwachte abrupt, als er spürte, daß Licht auf ihn fiel. Es war der Schein einer Kerzenflamme. Irgend jemand stand im Keller und beobachtete ihn. Ein Kind. Wie unerträglich! Azzie versuchte aufzustehen und kippte gleich wieder um. Irgend jemand hatte einen Strick um eins seiner Fußgelenke geschlungen!

Er wich instinktiv zurück. Ein Kind. Ein kleines pausbäckiges, flachsblondes Mädchen von vielleicht sechs Jahren. Aus irgendeinem Grund mußte sie ihn sehen können. Und nicht nur das: Sie hatte ihn gefangen.

Azzie sagte sich, daß es das beste war, das Kind von Anfang an einzuschüchtern, und blähte sich zu seiner vollen Größe auf. Er versuchte, sich drohend vor ihm aufzubauen, aber der merkwürdig leuchtende Strick, dessen anderes Ende das Mädchen an einem Balken festgebunden hatte, straffte sich und ließ ihn erneut umkippen. Das kleine Mädchen lachte, und Azzie erschauderte. Nichts kann einen Dämon wütender machen, als junges unschuldiges Gelächter.

»Hallo, kleines Mädchen«, sagte er. »Kannst du mich sehen?«

»Ja«, erwiderte sie. »Du siehst wie ein garstiger alter Fuchs aus!«

Azzie warf einen Blick auf die winzige Anzeige in seinem Unsichtbarkeitsamulett. Wie er befürchtet hatte, war die Energie fast erschöpft. Diese Idioten in der Abteilung für Ausrüstung und Zubehör! Aber natürlich hätte er das Amulett gleich nach Erhalt selbst überprüfen sollen.

Wie es schien, steckte er in der Klemme. Aber nicht so tief, daß er sich nicht würde herausreden können.

»Aber wie ein netter Fuchs, nicht wahr, Schnäuzelchen?« gab er zurück und benutzte dabei ein unter Dämoneneltern geläufiges Kosewort. »Wie schön, dich zu sehen! Mach doch bitte diesen Strick los, und ich gebe dir einen ganzen Sack voller Süßigkeiten.«



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