Aus den nahe gelegenen Sümpfen klang das Zirpen der Grillen und das Quaken der Frösche herüber. Azzie fragte sich schon, ob er den falschen Friedhof aufgesucht hatte – zu dieser Zeit hielt Rom den Weltrekord an Friedhöfen von hohem antiquarischem Interesse. Es würde ihn zu viel Zeit kosten, jeden einzelnen zu überprüfen, und er besaß nicht einmal eine vollständige Liste aller Friedhöfe.

Gerade wollte er sich für seine mangelnde Vorbereitung verfluchen – er hätte sich mit dem Komitee für Übernatürliche Veranstaltungen in Verbindung setzen sollen, um den genauen Austragungsort des Spiels zu erfahren –, als er ein Geräusch hörte, das beruhigend unmenschlich klang. Er folgte dem Geräusch, und es löste sich in Gelächter auf, das aus dem Ostteil des Narbozzi kam, jenem Abschnitt, der in der Antike unter dem Namen ›der Verfluchte‹ bekannt war. Als er sich ihm näherte, konnte er hören, wie Flüche ausgestoßen wurden, und dann vernahm er das gewaltige kesselpaukenartige Gelächter Newzejoths, eines der größten Dämonenfürsten, dessen Stimme unverkennbar war. Azzie flog eilig in die entsprechende Richtung.

Die Dämonen hatten ihr Lager in einer flachen Senke zwischen dem großen Marmorsarkophag von Romulus und dem jüngeren Grab von Pompejus aufgeschlagen, in einem kleinen Hain, der von einem Ring Stechpalmen umgeben war. Obwohl sie erst vor wenigen Stunden angekommen waren, wies die Umgebung bereits deutliche Spuren von Chaos und Unrat auf, den charakteristischen Anzeichen für dämonische Zusammenkünfte. Riesige Fässer mit Jauche waren als Erfrischung bereitgestellt worden. Hier und dort brannten Feuer, und Küchengehilfen brieten Körperteile von Menschen der unterschiedlichsten Nationen über glühender Holzkohle.

Azzie wurde von den anderen Dämonen willkommen geheißen. »Helles oder dunkles Fleisch?« fragte ihn ein Sukkubus. Aber Azzie hatte keine Zeit, um zu essen, auch wenn die jungen Menschen, die goldbraun geröstet an den Spießen steckten, köstlich zu sein schienen.



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