
Während die Nacht verstrich, stellte Azzie fest, daß er hungrig wurde. Zwar hatte er im Verlauf des Pokerspiels recht gut gegessen, und Dämonen können lange Zeiträume zwischen den Mahlzeiten überstehen, aber den ganzen Tag lang gegen den Wind anzufliegen, hatte seinen Appetit angeregt. Also leerte er seinen Beutel aus und vergewisserte sich, was er noch an Proviant hatte.
Ah, da waren ein paar kandierte Schakalköpfe, die er auf dem Fest eingesteckt hatte, in einen Fetzen modriges Leichentuch eingewickelt. Es waren köstliche Snacks, aber sie reichten nicht aus, um seinen Hunger zu stillen. Er durchwühlte den Sack weiter und entdeckte das Beinpaar, das er gewonnen hatte.
Die Beine sahen appetitlich aus, aber eigentlich wollte er sie nicht essen. Er erinnerte sich, bei ihrem Anblick eine undeutliche Idee in sich aufkeimen gespürt zu haben, auch wenn er sie schon wieder vergessen hatte. Trotzdem glaubte er, etwas Sinnvolleres mit ihnen anfangen zu können, als sie einfach zu verspeisen, und so lehnte er sie gegen einen Grabstein. Ihr Anblick erweckte in ihm das fast unwiderstehliche Bedürfnis, einen Monolog über sie zu halten. Den Dämonen dieser Zeitepoche erschien es überhaupt nicht seltsam, ein paar hundert Meilen zurückzulegen, nur um ein wirklich geeignetes Objekt zu finden, das zu Selbstgesprächen Anlaß gab. In diesem einsamen hochgelegenen Landstrich Italiens, wo ein heftiger Wind wehte und das ferne Bellen von Schakalen erklang, war das eine besonders angenehme Übung.
»O ihr Beine«, begann Azzie, »ich würde wetten, daß ihr der Dame eures Herzens zum Gefallen voll Anmut wandeltet und euch auch galant verbeugtet, denn ihr seid ein Paar muskulöser und doch gewandter Beine von der Art, auf die die Damen voller Wohlgefallen schauen. O ihr Beine, ich stelle euch mir jetzt vor, gespreizt im uralten Taumel der Wonne und dann verschlungen beim letzten Aufbäumen der Liebe.
