»Sire«, sagte der Fremde, »ich habe Eure Notiz gelesen und bin unverzüglich gekommen, um mich Euch vorzustellen. Mein Name ist Augustus Hye, und ich bin Poet von Beruf.«

»Tatsächlich?« fragte Azzie. »Was ich zu bieten habe, ist eine etwas ungewöhnliche Stellung für einen Poeten.«

»Ganz und gar nicht, Sire«, entgegnete Hye. »Poeten müssen sich zwangsläufig mit den extremsten menschlichen Gefühlen beschäftigen. Blut und Schmerzen wären mir sehr recht, da sie gute Themen für meine Gedichte liefern, in denen ich die Vergeblichkeit des Lebens und die Unausweichlichkeit des Todes behandeln möchte.«

Was Azzie hörte, stellte ihn nicht völlig zufrieden. Der Poet schien nicht richtig für diese Aufgabe geeignet zu sein. Trotzdem beschloß Azzie, ihm eine Chance zu geben.

»Kennst du die örtlichen Friedhöfe?« fragte er.

»Natürlich, Herr. Friedhöfe sind bevorzugte Orte für Poeten, die nach innerer Einkehr suchen, um sich große und leidvolle Taten zu vergegenwärtigen.«

»Dann eile heute abend nach Monduntergang zu einem solchen Ort und bring mir einen alten menschlichen Schädel, ob mit oder ohne Haar spielt keine Rolle. Und wenn du mir noch ein paar Frauenfinger mitbringen könntest, um so besser.«

»Frauenfinger, Sire?« Der Poet schielte auf die Weinflasche, die Liebfrauenmilch enthielt. »Sprecht Ihr von einer Weinsorte dieses Namens?«

»Nein«, widersprach Azzie, »ich meine genau das, was das Wort beschreibt.«

Hye blickte unbehaglich drein. »Solche Dinge sind schwer zu erhalten.«

»Das weiß ich«, sagte Azzie. »Wäre es einfach, würde ich mich selbst auf den Weg machen, um welche zu besorgen. Und jetzt geh und sieh zu, was du tun kannst.«



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