
»Herein«, sagte er.
Er war mehr als nur ein bißchen überrascht, als die Tür geöffnet wurde und er seinen Besucher erblickte.
Der Mann, der sein Zimmer betrat, war ihm unbekannt. Er war sehr klein, hatte einen großen Buckel und trug eine weite schwarze Kutte, deren Kapuze zurückgeschlagen war. Sein langes knochiges Gesicht war leichenblaß. Als er näher kam, bemerkte Azzie, daß er sich auf einen Stock stützte.
»Wer bist du, daß du mich zu einer solch späten Stunde aufzusuchen wagst?« fragte Azzie.
»Mein Name ist Frike«, antwortete der lahme Bucklige. »Ich komme wegen Eurer Anzeige. Wie es scheint, wünscht Ihr einen Diener, der zu allem bereit ist. Ich empfehle mich Euch als genau die richtige Person.«
»Du hast keine Scheu, dich anzupreisen«, sagte Azzie, »aber es waren zwei Bewerber vor dir da. Ich habe ihnen eine einfache Aufgabe gestellt und warte seither auf ihre Rückkehr.«
»Ah, ja«, entgegnete Frike. »Ich bin ihnen zufällig begegnet, dem Poeten und der alten Vettel. Sie standen vor dem Eingang zum Friedhof und haben versucht, den Mut aufzubringen, das zu tun, was Ihr ihnen aufgetragen habt.«
»Sie hätten sich nicht so sehr verspäten dürfen«, sagte Azzie. »Der Termin für ihre Rückkehr ist schon überschritten.«
»Nun, Meister, beide haben einen gewissen unglücklichen Unfall erlitten«, erklärte Frike. »Deshalb bin ich an ihrer Stelle gekommen.«
»Was für einen Unfall?« wollte Azzie wissen.
»Mein Herr«, sagte Frike, »ich habe die Dinge mitgebracht, die zu besorgen Ihr ihnen aufgetragen habt.«
Er griff unter seine Kutte, holte eine Tasche aus dunkelbraunem Rindsleder hervor, entnahm ihr zwei in Sackleinen eingewickelte Gegenstände und faltete den Stoff des ersten Päckchens auseinander. Es enthielt acht Finger und einen Daumen, die säuberlich von der Hand abgetrennt worden waren, vermutlich mit einem Rasiermesser.
