»Seht her«, verkündete Frike. »Die Frauenfinger.«

»Sie sind etwas gummiartig«, sagte Azzie. Er untersuchte die Finger und knabberte an einem.

»Es waren die besten, die ich auf die Schnelle beschaffen konnte«, erwiderte Frike.

»Und warum sind sie nicht vollständig? Da fehlt ein Daumen!«

»Euer Hochwohlgeboren haben es wahrscheinlich nicht bemerkt«, erklärte Frike, »da es unter Eurer Würde liegt, auf solche Kleinigkeiten zu achten, aber ich möchte Euch darauf hinweisen, Sire, daß Agatha, die sich um die Stellung als Eure Dienerin beworben hat, ein Daumen fehlte. Ich weiß nicht, auf welche Weise sie ihn verloren hat, und ich fürchte, daß ich es jetzt nicht mehr für Euch herausfinden kann.«

»Das ist nicht besonders wichtig«, winkte Azzie ab. »Aber ich habe auch nach einem Kopf verlangt.«

»Ach, ja«, sagte Frike. »Die Prüfung, die Ihr dem Poeten auferlegt habt. Man sollte annehmen, Herr, daß das eine einfache Aufgabe sein müßte, da unser Friedhof voll von diesen Exemplaren ist. Aber der Bursche ist lange vor dem Friedhof auf und ab gelaufen, bevor er ihn endlich betreten hat. Er hat seinen Spaten einmal hier und dann wieder dort in die Erde gestoßen, bis ich es leid war, darauf zu warten, daß er seine Arbeit endlich beendet. Also habe ich mir die Freiheit genommen, Herr, das von Euch gewünschte Objekt selbst zu besorgen und mich dabei gleichzeitig meines Konkurrenten zu entledigen.«

Mit diesen Worten öffnete er das zweite Päckchen und förderte den Kopf des Poeten zutage.

»Nicht sauber abgetrennt, wie ich sehe«, tadelte Azzie, wenn auch nur der Form halber, denn er war sehr angetan von der Arbeit dieses Bewerbers um die Stellung als sein Gehilfe.

»Ich bedauere, daß ich nicht die Zeit hatte, um auf die Gelegenheit für den richtigen Schnitt zu warten«, entschuldigte sich Frike. »Aber da er hier allgemein als schlechter Poet bekannt war, darf ich wohl behaupten, daß er selbst auch keinen guten Schnitt gemacht hat.«



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