»Behalten Sie’s für sich«, knurrte Azzie, ergriff Scrivener am Arm und schob ihn zum Tor in der Wand, das in die anderen Bereiche der Hölle und letztendlich zu jedem anderen Ort und umgekehrt führt.

KAPITEL 2

Azzie und Scrivener durchschritten das Eisentor in den Eisenwänden und folgten der sich in Spiralen emporwindenden Straße, die durch die äußeren Vororte des Fegefeuers führt, eine aus bodenlosen kreuzförmigen Abgründen und verblüffend hohen Gipfeln bestehende Landschaft, genau wie Fuseli sie gemalt hat. Dämon und Mensch wanderten endlos dahin. Der Weg war einfach zu begehen, so wie es für die Straßen in der Hölle typisch ist, aber der Marsch war auch langweilig, denn die Hölle ist das Reich der Freudlosigkeit.

»Ist es noch sehr weit?« fragte Scrivener nach einer Weile.

»Ich bin mir nicht sicher«, gestand Azzie. »Diese Gegend hier ist neu für mich. Eigentlich sollte ich überhaupt nicht hier sein.«

»Genau wie ich«, erwiderte Scrivener. »Daß ich ab und zu in ein todesähnliches Koma falle, ist noch lange kein Grund für Ihren Sensenmann, mich wegzuschleppen, ohne vorher die entsprechenden Untersuchungen durchzuführen. Ich sage Ihnen, das war Schlamperei. Und warum sollten Sie nicht hier sein?«

»Ich war für bessere Aufgaben vorgesehen«, sagte Azzie. »Ich hatte gute Noten im Thaumaturgie-College. War beim Abschluß unter den drei Besten in meiner Klasse.«

Er verzichtete darauf, Scrivener zu erzählen, daß seine gesamte Klasse bis auf drei Schüler von einem plötzlichen Einbruch des Guten aus südlicher Richtung ausgelöscht worden war. Ein verrücktes metaphysisches Unwetter, das bis auf Azzie und zwei weitere Kommilitonen, die offensichtlich eine natürliche Immunität gegen gute Ausstrahlungen besaßen, alle anderen getötet hatte. Und dann war da diese Pokerrunde gewesen…



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